App Store Präsenz – wie Apps ein Zuhause bekommen.

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Eine gute App allein reicht nicht. Nur in den wenigsten Fällen kann eine App lediglich durch ihre Anwesenheit im App Store die angestrebte Zielgruppe erreichen und  sie überzeugen. Jeder, der eine neue App auf den Markt bringt, sollte sich auch über das Erscheinungsbild seiner App im App Store Gedanken machen. Denn wenn die Downloads ausbleiben, heißt es nicht zwangsläufig, dass die App selbst schlecht ist oder sie keinen Mehrwert für die Zielgruppe bietet. Gut möglich ist auch, dass sie von dem potentiellen Nutzer entweder nicht gefunden wurde oder ihn mit ihrer Präsentation einfach nicht überzeugen konnte. Das Auge isst bekanntlich mit.

Die App Store Präsenz für unsere App tellly.

Vor wenigen Wochen haben wir unsere iOS-App tellly im Apple App Store gelauncht. Dort ist sie nicht alleine. Mittlerweile gibt es 1,5 Millionen iOS-Apps im App Store – den meisten davon wird allerdings wenig Beachtung geschenkt. Um der bislang unbekannten App tellly nun einen schönen Start im Store zu ermöglichen und ihr das Schicksal einer unentdeckten Schönheit zu ersparen, steckten wir viele Überlegungen in ihre App Store Präsenz. Das Ziel einer App Store Präsenz sollte es immer sein, ein klares Bild der App zu vermitteln und die Zielgruppe dazu zu animieren, der App ein neues Zuhause auf ihrem iPhone oder iPod zu schenken.

Bevor wir Euch nun unsere Herangehensweise etwas näher bringen, stellen wir Euch aber erst einmal tellly vor: tellly ist ein Hörbuch-Player für iOS, mit dem man ganz einfach und überall seine Geschichten anhören kann. Hörbuch-Player gibt es mittlerweile einige, aber was macht tellly besonders? tellly bietet dem Nutzer alle Funktionen, die er braucht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wir haben versucht, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, dass ein großartiges Hörbuch-Erlebnis stattfinden kann. Kurz gesagt: tellly möchte die Geschichten in den Vordergrund stellen und mit den Nutzern auf Abenteuerreise gehen. Dabei verhält sich tellly wie ein emotionales Wesen, das den Hörer auch mal dazu anstachelt, noch ein weiteres Abenteuer zu bestreiten. Die allererste Abenteuerreise war dabei kein Hörbuch, sondern die Platzierung im App Store.

Für eine B2C-App wie tellly ist es dabei umso wichtiger, auch das Erscheinungsbild der App im Store an die Nutzer anzupassen. Hierbei geht es um den Spagat zwischen tellly-eigener Bild und Wortsprache und der Aufbereitung der Kommunikation für die Allgemeinheit. Deswegen zeigen wir Euch nun, wie wir dabei vorgegangen sind.

Das App Icon: Gesicht der App im Store.

Noch bevor tellly ein App Store-Release feiern konnte, musste natürlich ein App-Icon erstellt werden. Das App-Icon ist das Gesicht einer jeden App und muss daher nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch die App bestmöglich verkörpern.

Wie bereits erwähnt bietet tellly einem genau die Funktionen, die man zum Hörbuch-Hören braucht. Viel Schnickschnack liegt tellly überhaupt nicht. Schlichtheit und Eleganz sind dafür umso wichtiger. Aus diesem Grund sollte auch das Icon schlicht und elegant wirken. Die finale Entscheidung fiel somit auf einen dunkles Icon mit drei Balken in den Primärfarben der App. Insgesamt wirkt es dadurch aufgeräumt und unaufgeregt – oder eben: schlicht und elegant. Weitere Dinge, die für Icons wichtig sind, könnt Ihr in den 11 hilfreichen Tipps zur Gestaltung des App-Icons nachlesen.

Nachdem das Icon seinen letzten Feinschliff erhalten hatte und die App zum Release fertig gemacht wurde, konnten wir mit der Einrichtung von telllys neuem Zuhause im App Store beginnen.

Der Titel der App: Wonach suchen die Nutzer?

Fangen wir dabei mit dem App-Titel an. Der Titel ist mit dem Icon das erste, was dem potentiellen Nutzer ins Auge springt. Darum sollte er kurz und knackig sein, und dennoch die Frage, was das für eine App ist, direkt beantworten. Dazu reicht der Name tellly in unserem Fall leider nicht aus. Schließlich ist tellly bislang fast niemandem bekannt und die wenigsten können sich unter dem Wort mit drei “L” etwas vorstellen. Deswegen musste in unserem Fall noch ein Claim her, der die eben genannte Frage bestmöglich beantwortet. (Übrigens kann ein Claim auch sehr sinnvoll sein, um relevante Keywords schon im Titel unterzubringen – schließlich dürfen bei der App Store Präsenz die lieben Suchalgorithmen nicht vernachlässigt werden.) Da es sich bei tellly um eine Hörbuch-App handelt, sollte die App auch eben für diese Begriffe gefunden werden. Wir entschieden uns also für den Titel: “tellly – die wunderschöne Hörbuch App”. Wer es noch etwas genauer über ASO beim App-Namen wissen möchte, kann sich auf dem Blog von App Annie schlauer machen.

Die Bilder: Auf den ersten Blick alles wissen.

Im nächsten Schritt widmeten wir uns der Auswahl der besten Screenshots. Es ist kein Geheimnis, dass die Screenshots für die Stores von hoher Qualität sein sollten und das Erscheinungsbild einer App im Store maßgeblich beeinflussen. Was viele jedoch nicht wissen, oder einfach nicht zu Herzen nehmen: Dem potentiellen Nutzer geht es nicht hauptsächlich darum, dass die Screenshots von hoher Qualität sind. Er liegt viel mehr Wert darauf, was er aus den Bildern über die App erfahren kann. Noch lange nicht jeder liest sich die Beschreibungstexte ganz durch. Somit ist es die Aufgabe der Screenshots, die Menschen innerhalb weniger Sekunden von der App zu überzeugen. Darum haben wir uns bei der Auswahl für tellly auf folgende Leitfragen konzentriert: Was kann der Nutzer mit unserer App tun? Was macht die App besonders? Welchen Mehrwert hat der Nutzer durch unsere App?

Alle Antworten auf die drei Fragen zielen auf die Features der App ab. Sie bestimmen, was die App kann, was sie von anderen unterscheidet und was sie dem Nutzer bietet.

Ein weiterer Punkt, von dem viele keinen Gebrauch machen: Die Screenshots sollten eine Geschichte erzählen und dem natürlichen Userflow der App folgen. So sind sie leichter nachzuvollziehen und erwecken das Interesse des Besuchers.

AppStoreScreens

App Store Screenshots von tellly: Sie zeigen die wichtigsten Funktionen, erklären sie mithilfe von kurzen Sätzen und folgen einem natürlichen Userflow.

Die Texte: Wie spricht die App?

Nicht nur die Screenshots auch der Beschreibungstext sollte eine Geschichte erzählen und die wichtigsten Funktionen der App aufzeigen. Nutzer müssen ein Gefühl dafür bekommen, was die App ihnen bietet, aber auch wie die App zukünftig mit ihnen kommunizieren wird. Was in den Screenshots noch knapp mit Bildern gezeigt wird, kann nun umfangreicher aber ebenso spannend im Beschreibungstext ausformuliert werden. Das Wichtigste auch hierbei: Der Text muss dem potentiellen Nutzer etwas bieten. Wie bereits erwähnt, liest sich kaum jemand die Beschreibungstexte bis zum Ende durch – die meisten fangen an zu lesen und steigen dann irgendwo aus. Das liegt aber meistens nicht an den Besuchern des App Stores, sondern an trockenen, deskriptiven Texten, die keine Lust darauf machen, die App zu installieren. Das geht besser!

Da tellly es liebt, Geschichten zu erzählen, haben wir die App selbst im Beschreibungstext zu Wort kommen lassen. tellly führt den Nutzer durch die App und begleitet ihn auf seinen Abenteuerreisen. So lag es auch nahe, dass nicht wir als fluidmobile, sondern tellly allein mit den Nutzern kommuniziert. tellly spricht die Interessenten direkt an, duzt diese und geht mit ihrer lockeren Art auf sie zu. Auf diese Weise ist auch der Beschreibungstext formuliert. Er soll Interesse wecken! Und so beginnt er nicht mit: tellly ist eine Hörbuch-App. Sondern mit: „Hallo! Schön, dass Du da bist “

Auch die Update-Texte von tellly geben dem Nutzer mehr mit als nur “Bug fixes”. Der Nutzer denkt sich in der Regel, dass für ein Update Fehler behoben und die App verbessert wurde. (das sollte man zumindest meinen) Der Nutzer möchte aber wissen, was genau sich seit der letzten Version getan hat. Somit erklärt tellly den Nutzern, was es Neues zu entdecken gibt. Dabei ist es wichtig, dass Features ausformuliert werden und nicht nur mit einem Fachbegriff aufgegriffen werden. Viele Nutzer haben nicht das gleiche, fachliche Know-How wie die Entwickler der App und müssen mit einem anderen Wortschatz abgeholt werden.

App Store Text tellly

War das alles?

Natürlich besteht die Arbeit an der App Store Präsenz nicht nur daraus, kreative Texte zu formulieren und sich durch ansprechende Screenshots und Icons von der Masse abzuheben. Es kann den potentiellen Nutzer beeindrucken und ihm bei einer Kauf- bzw. Download-Entscheidung helfen. Damit er aber die Texte lesen und die Bilder anschauen kann, muss die App auch gefunden werden. Kennt man den App-Namen, ist das natürlich kein Problem. Sucht man aber, wie bspw. in unserem Fall, nach einer App, mit der man seine Hörbücher, Hörspiele, Podcasts usw. hören kann, muss tellly auch für bestimmte Suchbegriffe auffindbar sein. Da das Thema App-Discovery und das Tool der Keyword-Recherche eine sehr aufwendige Arbeit ist, die man sorgfältig und nicht nur in fünf Minuten erledigen sollte, gehen wir in diesem Beitrag nicht näher darauf ein. In einem Beitrag auf dem Blog von App Annie können Sie sich aber hilfreiche Tipps holen, wie man die besten Keywords für seine App festlegt. Ein kleiner Tipp von uns aber noch an  dieser Stelle: Keywords sollten auch nach dem Release regelmäßig auf ihre Tauglichkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Mithilfe von bestimmten Analyse-Tools wie App-Annie lässt sich sehr gut nachvollziehen, welche Keywords funktionieren und welche nicht.

Mittlerweile zeigt sich tellly nun seit knapp sieben Wochen im App Store – und das natürlich von der Schokoladenseite.

Da die Arbeit an der App Store Präsenz aber keine einmalige Sache ist, müssen wir tellly auch weiterhin tatkräftig dabei unterstützen, potentielle Nutzer von sich zu überzeugen. So wie an Updates für die App gearbeitet wird, so muss auch stets an den Texten und Bildern im Store gearbeitet werden. Diese Arbeit sollte eingeplant und eingefordert werden, denn sonst gibt es nur wieder eine weitere traurige App, die ihr Können im App Store nicht richtig zeigen kann.

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