Usability Testing und A/B-Testing

Für eine nutzerorientierte Optimierung Ihrer App

App-Testing ist in jedem Projekt wertvoll und bringt einen direkten Return on Investment. In Projekten ohne Usability-Tests im Entwicklungsprozess passieren die ersten “Tests” nach Veröffentlichung der App durch die User. Leider sind vermeidbare Schwachstellen dann bereits bei Ihren Usern angekommen. Verschiedene Tests führen dazu, dass Sie Schwachstellen bereits vor App-Release erkennen, Gelder effektiver investieren und das Vertrauen Ihrer Nutzer nicht leichtfertig verschenken. Demnach ist es sehr wichtig, dass Sie wissen was Ihre Zielgruppe will, anstatt sich nur auf Annahmen zu beziehen. Mit Usability Testing und A/B-Testing können Sie Fakten schaffen. App-Tests umfassen für gewöhnlich Funktionalität, Fehlertoleranz, Performance, Sicherheit und insbesondere auch die Usability Ihrer App.

Die Bedeutung von
Usability für Mobile

Usability beschreibt das Ausmaß, in dem eine App durch User verwendet werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen – also ganz grundsätzlich die Benutzerfreundlichkeit. Was Usability ausmacht, ist im Grunde eine Mischung aus Vertrautheit, Einfachheit und einem Erfolgserlebnis für die Nutzer.

Die Usability ist Teil der User Experience – die beiden Begriffe sind jedoch nicht gleichbedeutend.

Wir führen Usability Tests oft an Prototypen durch. Ein Test gliedert sich grob in drei Phasen: die Pre-Test-Phase, die Test-Phase und die Post-Test-Phase. In der Pre-Test-Phase werden die ausgewählten Probanden auf den Test vorbereitet und zu ihren demographischen Daten sowie ihren projektbezogenen Vorlieben befragt. Diese kurze Befragung dient zum einen der Heranführung der Probanden an den Test sowie der späteren Einordnung der Testergebnisse. Im Test werden die Probanden vor Aufgaben gestellt, die sie mit der Software lösen sollen. Der Moderator beobachtet die Handlungen der einzelnen Teilnehmer und zeichnet den Test oft auch auf Video auf. Darüber hinaus fordert der Moderator die Testpersonen zum lauten Denken auf. Mit dieser Methodik erfährt er, wonach die Testperson gerade sucht und was sie sich unter den angebotenen Optionen vorstellt. Nach dem Test wird der Proband nach seinen Erfahrungen befragt und um eine subjektive Einschätzung der Software gebeten. So gehen durch Usability Testings Schwierigkeiten und Stärken bereits in frühen Versionen Ihrer App hervor. Dies eröffnet ein großes Optimierungspotenzial mit Blick auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe. Nach Ihrem Usability Testing werden die Schwachstellen der Software analysiert. Anschließend wird Ihre App so optimiert, dass sie von möglichst vielen Personen als einfach zu bedienen empfunden wird.

Usability Tests im richtigen Kontext durchführen

Die Durchführung von Usability Tests mit Nutzern und die daraus gewonnenen qualitativen Erkenntnisse über Ihre App sind sehr bedeutend. Obwohl bis dato nichts über die manuelle und tiefenpsychologische Erfahrung der Feedbacks, die man mit manuellen Usability Tests generiert, geht. Neben der Beachtung der bisher genannten Aspekte sollten Sie das Wichtigste nicht vergessen: Testen Sie Ihre App möglichst frühzeitig und idealerweise fortlaufend während des gesamten Entwicklungsprozesses. Denn es sind letztlich Ihre Nutzer, die die App nicht nur herunterladen, sondern auch im Alltag mit Begeisterung nutzen sollen.

Als sinnvolle Erweiterung zu Tests im Labor sollten Sie Usability Tests im gewohnten Umfeld der User durchführen.

Gerade durch den mobilen Kontext, den Apps mit sich bringen, spielt das Testumfeld eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund führen wir immer wieder kontextbezogene Usability Tests durch, bei denen die Probanden in ihrem natürlichen Umfeld oder im Umfeld der späteren App-Nutzung betrachtet werden. Eine App für Freizeitparks sollte demnach auch in einem Freizeitpark und nicht in einem klinischen Umfeld getestet werden. Hierüber lässt sich feststellen, ob Ihre App auch im realen (mobilen) Kontext problemlos nutzbar ist. Schließlich kann die Umgebung die Nutzung durch Licht, Geräusche und andere Faktoren beeinflussen. Dies zieht wiederum spezielle Anforderungen an das UI-Design Ihrer App nach sich, deren Sie sich schon während der Entwicklung bewusst sein sollten.

Wählen Sie für Ihr Usability Testing und A/B-Testing die richtigen Probanden

Projektmitglieder übersehen leicht Schwachstellen in der eigenen App oder verteidigen Ihre eigene Arbeit. Das ist menschlich und auch durch die beste Projektführung nicht völlig vermeidbar. Daher sollten die direkten Projektbeteiligten bei Tests nicht als Probanden eingesetzt werden und die Durchführung der Tests professionellen User Researchern überlassen werden. Auch andere Mitarbeiter Ihres Unternehmens sind als Probanden nicht optimal, weil sie unternehmensinternes Vorwissen besitzen und befangen reagieren könnten. Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn wählen wir Probanden aus Ihrer Zielgruppe mit neutralem Blick auf Ihre App. Um die Sichtweise Ihrer Zielgruppe abzubilden, sollten Sie Ihre Usability Tests mit mindestens 5 bis 30 Probanden durchführen.

Befragungen als Rahmen für Usability Testing und A/B-Testing

Vor und nach Ihren Tests können in der Pre- und Post-Test-Phase Befragungen stattfinden. Eine erste Befragung dient der Auswahl geeigneter Testpersonen. Vor dem Usability Test wird das Vorwissen der Probanden – beispielsweise im Hinblick auf Erfahrung mit ähnlichen Produkten – abgefragt. Nach dem Test finden halbstrukturierte Interviews statt. Die Durchführung dieser Interviews stellt hohe Anforderungen an den Interviewer. Hier können im Rahmen dieser Befragungen Vergleiche mit anderen Produkten angestellt werden. Dazu befragen wir Ihre Testpersonen beispielsweise zu den Vor- und Nachteile Ihrer App gegenüber ähnlichen Produkten.

Wofür
A/B-Testing
in
der App-Entwicklung?

A/B-Tests vergleichen zwei oder mehr Versionen Ihrer App. So stellt der direkte Vergleich fest, welche der beiden Versionen besser bei Ihren Usern abschneidet. Der Vergleich besteht darin, dass Sie die beiden Varianten (A und B) gleichzeitig ähnlichen Besuchern zeigen. Die Qualität der Versionen wird anhand der Conversion Rate festgestellt. Dies ist – vereinfacht gesagt – die Rate, mit der Ihre App Besucher in Kunden verwandelt. Somit ermöglichen A/B-Tests es Ihnen mehr aus Ihrem bestehenden Traffic zu machen. Der Return On Investment von A/B-Tests kann massiv sein, da bereits kleine Änderungen in Ihrer App zu einer deutlichen Steigerung der generierten Leads führen können.

Was können Sie in Ihr A/B-Testing einbeziehen?

Fast alles in Ihrer App, das das Besucherverhalten beeinflusst, kann A/B-Testing unterzogen werden. Hierzu zählen Überschriften, Erfahrungsberichte, Bilder, Call-to-Actions, Links und vieles mehr. Erweiterte A/B-Tests beinhalten beispielsweise Preisstrukturen, Verkaufsförderungsmaßnahmen, kostenlose Probelängen sowie Navigations- und UX-Erfahrungen.

Die 6 Schritte eines A/B-Testings

1. Studieren Sie Ihre App-Daten

Nutzen Sie die bestehenden Daten rund um Ihre App und verschaffen Sie sich einen Überblick. Hierzu sollten Sie ein Analyse-Tool verwenden, um Problembereiche innerhalb Ihrer App zu identifizieren. So können Sie beispielsweise die Stellen mit der höchsten Bounce-Rate identifizieren.

2. Beobachten Sie das Nutzerverhalten

Nutzen Sie Analysetools wie In-App-Umfragen innerhalb der Problembereiche und finden Sie heraus, was die Besucher an der Conversion hindert. Ein mögliches Ergebnis könnte sein: „Die CTA-Taste ist auf Seite XY nicht sichtbar.“

3. Konstruieren Sie eine Hypothese

Anschließend sollten Sie anhand der Erkenntnisse aus den Analysetools für das Besucherverhalten eine Hypothese aufstellen. Diese soll auf die Steigerung der Conversion Rate abzielen wie beispielsweise: „Die Vergrößerung der CTA-Taste macht sie prominenter und erhöht die Conversions.“

4. Testen Sie Ihre Hypothese mit A/B-Testing

Nach der Hypothesen-Erstellung sollten Sie eine Variante der App auf Grundlage Ihrer Hypothese erstellen. Diese testen Sie im Folgenden mit A/B-Testing in Abgrenzung zur bestehenden Originalseite. Dies könnte zum Beispiel in Form eines Vergleichs Ihrer ursprünglichen App und der Version mit größerer CTA-Taste geschehen.

5. Analysieren Sie die Daten des A/B-Tests

Im Anschluss an Ihren A/B-Test steht die Analyse der Testergebnisse. Hierüber erkennen Sie, welche Variante die höhere Conversion Rate liefert. Wenn es einen klaren Gewinner gibt, fahren Sie mit der Umsetzung fort. Wenn der Test nicht eindeutig ist sollten Sie Ihre Hypothese überarbeiten.

6. Berichten Sie über die Ergebnisse Ihres A/B-Tests

Im letzten Schritt erfolgt die Einbeziehung anderer Mitarbeiter. Informieren Sie betroffene Mitarbeiter aus Marketing, IT und UI/UX über die Testergebnisse und die gewonnenen Erkenntnisse. Dies hilft Ihnen Know-how im Unternehmen zu teilen und Fehler in der Zukunft zu vermeiden. So schöpfen Sie das volle Potenzial des A/B-Testings aus.

Checkliste für Usability Testing und A/B-Testing

  • Führen Sie Ihr Usability Testing und A/B Testing bereits in einem frühen Entwicklungsstadium durch?
  • Entsprechen die Probanden Ihrer Zielgruppe?
  • Beziehen Sie mind. 5-30 Probanden in Ihre Tests ein?
  • Führen Sie Ihre Tests in einem für Ihre Probanden vertrautem Umfeld durch?
  • Nutzen Sie A/B-Tests zur Steigerung Ihrer Conversion Rate?
  • Haben Sie Ihre Erkenntnisse aus Ihrem A/B-Test im Unternehmen geteilt?