On-Site SEO für mobile Webseiten

Suchmaschinenoptimierung (auch: Search Engine Optimization, kurz: SEO) soll das Ranking innerhalb der Suchmaschinen verbessern. Dabei ist es das Ziel für eine gewünschte Suchphrase auf der ersten Seite zu erscheinen. Die Optimierung kann in zwei Bereich eingeteilt werden: On-Site- und Off-Site-Optimierung. On-Site-Optimierung ist die technische und inhaltliche Verbesserung der Webseite und kann direkt beeinflusst werden. Die On-Site-Optimierung für mobile Endgeräte, im Besonderen Mobiltelefone der neusten Generation, ist Thema des folgenden Artikels.

Allgemeine Rakingfaktoren

Viele Faktoren der Suchmaschinenoptimierung für mobile Websites ist identisch mit denen im klassischen SEO. Deswegen wird hier nur kurz auf die wichtigsten eingegangen um sich daraufhin den Unterschieden und Besonderheiten zu widmen.

Keyword-Recherche. Das Identifizieren von relevanten Suchphrasen und die Bestimmung der Konkurrenzsituation für jene Wörter im Suchmaschinenranking. Sowie die Bestimmung des potentielle ROI für diese Suchworte.1 Das vorgehen ist identisch mit dem in der klassischen Suchmaschinenoptimierung, allerdings sollte der andere lokale Kontext beachtet werden (siehe unten).

Themenrelevante Inhalte. Suchmaschinen versuchen, wenn auch nur bedingt, die Inhalte einer Seite zu verstehen bzw. einem Themengebiet zu zuordnen. Entsprechend relevant sollten die Inhalte der Webseite sein.

Interne Verlinkung. Eine Seite die man erst nach 4 Klicks von der Startseite ausgehende erreicht, wird von den Suchmaschinen als weniger relevant eingestuft. Ist die Seite aber mehrfach und direkt von der Startseite aus verlinkt erscheint sie relevanter.

Verwendung von Keywords. Die Suchphrasen für die man in den Suchmaschinen oben stehen möchte sollten im Title-Tag, Überschriften und im eigentlichen Text der Webseite vorkommen. Ebenso die Verwendung der Suchphrasen in als Beschriftung eines Links (Anchor-Text).

Spezielle mobile Rankingfaktoren

In der Literatur finden sich besondere Faktoren, bei von denen angenommen wird, dass sie in der mobilen Suche eine starke Gewichtung haben:

  • Ein mobile Webseite mit allen Grafiken und anderen angehängten Dateien sollte nicht größer als 20KB sein.
  • Im Code der Seite wird der als Dokumententyp angegeben: „XHTML Mobile 1.0 Doctype“.
  • Verwendeter Zeichensatz ist „UTF-8“.
  • Verwendung von JPEG- und GIF-Grafiken, die meisten mobilen Browser haben frühe keine anderen Grafiken unterstützt.
  • Verwendung einer mobilen XML-Sitemap.
  • Verwendung des Wortes „mobile“ im Titel-Tag und in Überschriften.

Bei der Betrachtung der neusten Generation von Mobiltelefonen dürften allerdings die meisten dieser Faktoren überholt sein. Bspw. Beschreibt der Mobile Doctype die Verwendung von WAP und anderen für ältere PDAs und Mobiltelefone relevante Protokolle. Ein kurze Stichprobe über einen PC und ein iPhone ergab für die Such nach folgenden vier Suchworten nur kleine Unterschiede in den Suchergebnissen für Webseiten: „Pizza Karlsruhe“, „Werkstatt“, „Schlüsseldienst“, „BMW“ und „Spiegel“. Auf dem PC ist bei Google hinterlegt, dass der Standort in Karlsruhe ist und auf dem iPhone ist die Verwendung des Gerätestandorts aktiviert. Die Unterschiede bei den Suchergebnissen waren sehr klein, so wurde auf dem PC ein Schlüsseldienst aus Österreich angezeigt, dies war auf dem iPhone nicht der Fall. Wichtigster Punkt ist aber, dass es hier keine Bevorzugung einer mobilen Webseite gab. Dennoch gab es einige kleine unterschiede bei den Ergebnissen. In einigen Fällen sind die Ergebnisse stärker ortsbezogen zum anderen erscheinen Ergebnisse von Google Places teilweise weiter oben.

Die Auswertung der Daten zeigt einen größtenteils kleine Bevorzugung von lokalen Suchergebnissen. Randy Fishkin von SEOMoz geht bei seinen Prognossen für 2011 sogar noch weiter:

„I’ll boldly predict that not only will mobile usage of search NOT skyrocket in 2011 on the long-awaited J-curve, but that the mobile and normal web browsing experiences will continue to merge toward a single experience […]“

Die richtige Adresse

Wird eine mobile Webseite erstellt, stellt sich die Frage unter welcher Adresse diese erreichbar sein sollte. Gebräuchlich ist die Erweiterung um einen Zusatz der auf die mobile Optimierung hinweist:

  • Subdomain. Erstellen einer Subdomain mit dem Zusatz „m.“ oder „mobile.“, z.B. m.MeineFirma.de.
  • Unterverzeichnis. Ein Unterverzeichnis mit einem entsprechenden Zusatz, z.B. MeineFirma.de/mobile.
  • .mobi-Domain. Ursprünglich eingeführt als Top-Level-Domain spezifisch für mobile Endgeräte und erfreut sich geringer Beliebtheit, z.B. MeineFirma.mobi.

Ein wichtiger Faktor beim Ranking einer Seite ist das Vertrauen (Trust) das Google in eine Domain setzt. Wird eine .mobi Top-Level-Domain für die mobile Webseite verwendet ist es eine neue Domain, die nicht von dem Vertrauen profitiert, dass Google in die bestehende Domain setzt. Ebenso kann es bei einer Subdomain sein, dass kein oder nur wenig Vertrauen von der Domain auf die Subdomain übergeht. Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass die Suchmaschinen eine Mobile-spezifische Subdomain anders behandeln. Damit ist der Weg über eine Adresse mit einem Unterverzeichnis der sicherste, um zu gewährleisten, dass die mobile Wesbseite vom Vertrauen der klassischen Webseite profitiert.

Duplizierter Content

Duplizierter Content (Inhalte) sind umfangreiche Contentblöcke, die anderem Content auf derselben oder einer anderen Domain entsprechen oder auffällig ähneln. Duplizieter Content beeinflussen das Ranking in den Suchmaschinen negativ. Dieses Problem kann auftreten, wenn die mobile Version der Webseite, die selben Inhalte enthält aber der Verlinkung unterschiedlich ist. Ein Artikel auf der klassischen Webseite hat die URL „MeineFirma.de/Artikel.html“. Auf der mobilen Version wird er hingegen unter der URL „MeineFirma.de/Mobile/Artikel.html“ angeboten. Die Inhalte dieses Artikels werden von den Suchmaschinen als Duplizierter Content erkannt. Dies wirkt sich negativ auf das Ranking aus. Um den Suchmaschinen mitzuteilen, welche der beiden URLs die sie verwenden sollen eignet sich der Canonical-Tag:

<link rel=“canonical“ href=“MeineFirma.de/Artikel.html“ />

Kommt ein mobiler Nutzer auf diese URL, kann er mittels einer automatischen Erkennung des Gerätes auf die mobile Version weitergeleitet werden.

Dadurch wird auch ein weiteres Problem gelöst. Wie bereits gezeigt, gehören Links die von anderen Webseiten auf unsere Internetseite gesetzt werden zu den wichtigsten Ranking-Faktoren. Zeigen diese Links teilweise auf die klassische und teilweise auf die mobile Version eines Artikels, teilt sie die so gewonnen Reputation auf diese beiden Artikel auf. Daraus können zwei schwache Artikelseiten resultieren anstatt einer starken. Der Einsatz des Canonical-Tag kann auch dieses Problem lösen.

Fazit

Im wesentlichen unterscheidet sich die mobile Suchmaschinenoptimierung nur in wenigen Punkten von der Klassischen. Besondere Problemstellung die sich durch eine separate mobile Webseite ergeben, wie z.B. das Thema Duplizierter Content, müssen jedoch entsprechend gelöst werden.

Der wichtigste Punkt ist allerdings der besondere Nutzungskontext durch den Benutzer. Ist mobile Nutzer sucht meist nach anderen Inhalten als ein Desktop-Nutzer. So ist es nicht nur wichtig der Suchmaschine den lokalen Bezug der Webseite klarzumachen, sondern dem Nutzer auch relevante Inhalte zu bieten wie bspw. leichtes Auffinden der Telefonnummer oder Navigations-Informationen.

Hinterlasse einen Kommentar