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Sind Apps die neuen Supernannys?

In Situationen, in denen die Kinder sie auf die Spitze treiben und das Geschrei nicht mehr auszuhalten ist, wünschen sich einige Eltern tatkräftige Unterstützung herbei. Nun ist es nicht mehr die über Jahre ausgebildete Supernanny, die die hilfreichen Tipps verteilt, sondern unser alltäglicher Helfer: das Smartphone. Wie soll es denn auch anders sein? Die Erziehungs-Apps greifen den Eltern unter die Arme und dienen den Erziehern als Wegweiser mit der Darbietung von konkreten Handlungsempfehlungen – manche davon sogar unterstützt mit künstlicher Intelligenz. Können die Apps eine echte Supernanny ersetzen und kann man diese Apps unbedenklich zur Seite nehmen oder sollte man diese mit Vorsicht genießen?

Erziehungsapps

Es wundert vermutlich die Wenigsten, dass es nun auch Apps gibt, die einem dabei helfen sollen, das eigene Kind richtig zu erziehen. Schließlich gibt es mittlerweile für fast jede Art von Tätigkeit eine App, die unterstützen soll. Ob das nun Unterstützung zum Einschlafen ist,  Inspirationen für Kochrezepte, Tipps, um organisiert durchs Leben zu gehen oder eben die fehlenden Ratschläge, um Kinder in die richtigen Wege zu leiten.

Cyber-Nanny 1: MUSE

Die derzeit bekannteste App im Rahmen der Kindererziehung ist MUSE. Die US-amerikanische Neurowissenschaftlerin Vivienne Ming hat es zu ihrem Anliegen gemacht, mehr kreative Köpfe in unsere Welt zu setzen. Wenn es nach ihr ginge, würde man in der Schule den Schwerpunkt nicht auf gute Noten und Abschlüsse setzen, sondern die emotionale Intelligenz, unabhängiges Denken, Kreativität und Empathie der Kinder fördern. Das seien die Soft Skills, auf die es letztendlich im Leben ankäme. Mithilfe künstlicher Intelligenz ist die App im Stande, Informationen über das eigene Kind aufzunehmen und auf das Kind abgestimmte Aktivitäten vorzuschlagen. Durch Fragen wie “Liest du mit deinem Kind?” oder “Warst du mit deinem Kind schon mal in der Bücherei?” regt es Eltern zu bestimmtem Verhalten an und lernt gleichzeitig einiges über das Zusammenspiel von Eltern zu ihren Kindern.

App Algorithmus


In der App ist ein Algorithmus implementiert, welcher die Angaben der Eltern aufnimmt und den 50 verschiedenen vorbestimmten Fähigkeiten zuordnet. Daran wird deutlich, welche Fähigkeiten des Kindes noch zusätzlich durch Spiele oder Aktivitäten verstärkt werden müssen und welche schon ausreichend vorhanden sind. MUSE kann also den tatsächlichen Entwicklungsstand des Kindes feststellen und dadurch gezielt fördern. Anhand des Algorithmus werden Spiele vorgeschlagen oder Fragen gestellt, welche man an sein Kind weitergeben könnte. Einer dieser Fragen wäre beispielsweise: „Frage dein Kind nach dem Vorlesen, wie sich die anderen Charaktere der Geschichte fühlen, wie deren Perspektive ist.“

Cyber-Nanny 2: VROOM

Ein weiterer Ratgeber mit ähnlichen Funktionen bietet die Erziehungsapp VROOM. VROOM gehört der Bezos-Familienstiftung an. Jeff Bezos, Gründer des Internet Giganten Amazon, nahm sich zum Ziel “das Gute in der Welt zu verbreiten”. Mit dieser App soll es Eltern gelingen mit geringstem Aufwand das Maximum aus Ihren Kindern raus zu holen. Eltern können dadurch aus alltäglichen Aufgaben wie z.B. Socken zusammenzulegen eine spannende und vor allem fördernde Aktivität machen. Durch Socken Basketball lernt das eigene Kind aufmerksam zu sein und Herausforderungen selbstbewusst anzugehen. So steckt hinter solch einem Spiel mehr als nur zusammengelegte Socken in den Wäschekorb zu werfen.

Apps als Supernannies

Handynutzung der Eltern

Was natürlich mit der Verwendung solcher Apps einhergeht, ist die zunehmende Zeit, die Eltern vor ihren Kindern am Smartphone verbringen. Diese exzessive Handynutzung der Eltern wirkt sich meist negativ auf die Eltern-Kind-Bindung aus. Fabienne Becker-Stoll, Psychologin und Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München, warnt vor den Folgen, wenn man nicht mehr auf natürliche Weise mit dem Kind interagiert, sondern lediglich den Anweisungen der App folgt.

Gefälschte Emotionen

Eine große Gefahr ist, dass die Eltern keine echte Emotionen mehr zeigen. Schlägt die App vor, das Kind in den Arm zu nehmen und die Eltern folgen der Aufforderung ohne zu zögern, so wird das Kind nicht umarmt, weil die Eltern diese Emotion in dem Moment ausdrücken möchten, sondern weil sie dem Wegweiser befolgen. Dies spürt das Kind natürlich auch. Eltern sollten ihrem Kind auch unaufgefordert Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit entgegenbringen.

Vernachlässigung der Bedürfnisse

Je beschäftigter Eltern gerade mit ihren Smartphones sind, desto unaufmerksamer sind sie gegenüber ihrem Kind. Gerade Säuglinge und Kleinkinder sind sehr stark auf die Aufmerksamkeit ihrer primären Bindungsperson angewiesen. Der Augenkontakt zeigt ihnen, dass sie nicht alleine sind und sie von ihrer Bindungsperson beschützt werden. Dadurch fühlen sich die Kinder sicher und trauen sich ihre Umgebung in vollem Umfang zu erkunden. Wichtig ist, die Bedürfnisse des Kindes nicht aus den Augen zu verlieren, nur weil die eigenen Augen zu tief in das Smartphone blicken. Denn nur so kann eine ausgeglichene Entwicklung ihres Kindes gewährleistet werden.

Der richtige Umgang mit Handys in der Erziehung

Vor allem wenn die Kinder alt genug sind und selbst in der digitalen Welt rumsurfen ist es wichtig, dass die Eltern den Kindern ihre Vorbildfunktion aufrechterhalten. In dieser Hinsicht sind vorab bestimmte Regeln von Bedeutung. Und diese sollten nicht nur von den Kids beachtet und respektiert werden, sondern auch von den Eltern. Ist es also verboten beim gemeinsamen Essen am Handy zu sein, dürfen auch die Eltern keine Ausnahme machen und das gekochte Essen auf Instagram posten. Eine gemeinsam aufgestellte Regel muss dann von allen befolgt werden, sonst wird sie von den Kindern nicht Ernst genommen.

Die Goldene Regel


Die wichtigste Regel im Umgang mit Smartphones oder -watches in der Erziehung ist den Kindern niemals das Gefühl zu geben, das Handy hätte eine höhere Priorität als sie. Natürlich sollten Sie Anrufe entgegennehmen oder Nachrichten beantworten, wenn es sich um einen Notfall handelt. Ansonsten sollten Sie sich die Zeit nehmen, ihrem Kind zuzuhören und intensiv mit ihm Zeit zu verbringen.

Erziehungs Apps nutzen oder lieber die Finger davon lassen?

Grundsätzlich können Apps wie MUSE unterstützend wirken und die frühkindliche Entwicklung positiv beeinflussen. Defizite werden beim Auftreten frühzeitig erkannt und durch ausgewählte Spiele und Aktivitäten wird bewusst entgegengewirkt. Die App-Nutzung sollte jedoch nicht die Überhand gewinnen. Letztendlich weiß jedes Elternteil selbst was das Beste für das eigene Kind ist. Da sollte man nicht stur irgendwelchen Aufforderungen folgen, sondern aussortieren, welche Aufgaben sinnvoll sind und vor allem, welche Aktivitäten dem Kind gut tun. Wie steht ihr zu Erziehungs-Apps? Habt ihr schon welche verwendet? Schreibt uns gerne eure Erfahrungen und Meinung in unseren Social Media Kanälen.

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