Über den Traumberuf App-Entwickler

Vor zwei Wochen stolperte ich über einen FAZ-Artikel mit dem schönen Namen Traumberuf App-Entwickler – Programmierer mit Liebeskummer. Aus Neugier las ich weiter und fand heraus, dass sich viele App-Entwickler den Beruf vollkommen anders, viel glamouröser, vorgestellt hätten und nun, da ihre Liebe zu Mobile enttäuscht worden sei, mit Liebeskummer in der Ecke säßen. Kurz dachte ich darüber nach, dann ging ich ins Nebenzimmer – unserem Dev0-Büro – und sah die Jungs dort arbeiten. Keiner machte einen leidenden Eindruck und die allgemeine Stimmung wirkte eigentlich eher ausgelassen als betrübt. Aber da man sich nie sicher sein kann, wenn man nur von außen auf die Menschen blickt, nahm ich mir vor, der Sache auf den Grund zu gehen. Also bat ich zwei unserer Android-Jungs Jonas und Jonas ihre Gefühle gegenüber Mobile zum Ausdruck zu bringen.

SONY DSC

Jonas und Jonas über die Liebe zur App-Entwicklung

1. Die Phase des Schwärmens

Zu Zeiten von “Flappy Bird”, “Snapchat” und “YO” waren wir in den ersten Semestern unseres Informatikstudiums von viralen, vermeintlich simplen, aber plötzlich millionenschweren Apps umgeben. Dadurch war auch bei uns die Goldgräberstimmung geweckt und es war uns klar, dass wir später etwas in die Richtung mobile Entwicklung machen wollen.

Vor allem die Vorstellung eigenständig Ideen zu entwickeln und in den Appstore zu bringen, hörte sich für uns viel besser an, als für immer in einem Entwicklerkämmerchen eines Großunternehmens vor sich hinzuvegetieren. Da das Praxissemester vor der Tür stand, entschieden wir uns jeder für sich für ein Praktikum in der Android Entwicklung. Am besten bei einem jungen, dynamischen App-Studio. Zufälligerweise landeten wir auf diesem Wege beide bei der fluidmobile.

2. Die ersten Monate der Beziehung.

Schnell mussten wir eines lernen: Die anfängliche Goldgräberstimmung in der Szene hatte schon stark abgenommen. Die meisten Gebiete sind abgegrast. Geld mit einer simplen App für den Endverbraucher zu erwirtschaften, ist schwer geworden. Es geht nicht mehr einfach nur nach dem Prinzip: Idee – Code – AppStore – BOOM!

Idee, Code, AppStore, Boom

Vielmehr fangen Firmen nun an, auf durchdachte mobile Lösungen zu setzen und die Branche definiert sich immer mehr durch Auftragsarbeiten. Dadurch geht der „Silicon Valley Flair“ nach und nach etwas verloren und das Tagesgeschäft überwiegt.

Doch für uns wurde durch diese Entwicklung die Begeisterung an der mobilen Entwicklung nicht geschmälert, im Gegenteil.

Da sich das Aufgabenfeld nicht nur auf das reine Coding beschränkt, sondern auch ein Gefühl für User Interface-Designs und die Bedürfnisse des Nutzers wichtig ist, gestaltet sich die Arbeit als App-Entwickler sehr abwechslungsreich. Mal ist man mit Layouting, mal mit komplexen Logiken beschäftigt. Mal werden im Team Usability Aspekte heftig diskutiert, mal wird am Whiteboard konzipiert und ein anderes Mal eine Synchronisation von App und Datenbank realisiert. Die Aufgaben, die hinter einer App stehen, sind viel umfangreicher und tiefgreifender, als wir es uns während unseres Studiums vorgestellt haben.

Da sich die mobilen Medien ständig und rasend weiterentwickeln, kommt man nie an den Punkt der vermeintlichen Allwissenheit, sondern muss den Willen mitbringen, ständig Neues zu lernen. Eine der wichtigsten Eigenschaften eines App-Entwicklers ist somit die Neugier.

Schaut man sich die Entwicklung von Mobile in den letzten Jahren seit der Einführung des originalen iPhones oder der Ankündigung der ersten Android Version vor fast genau sieben Jahren an, kann man sich gar nicht vorstellen, wo dieser Markt heute in 7 Jahren steht. Und die Frage, warum Neugier so wichtig ist, klärt sich von selbst.

Dazu kommt, dass man mit Mobile die Möglichkeit hat, so viele Menschen wie sonst in kaum einer Informatik-Branche relativ leicht zu erreichen und Software für Geräte zu entwickeln, die diese Menschen rund um die Uhr begleiten und somit ein fester Bestandteil ihres Alltags sind. Es geht darum, Software auf das persönlichste Gerät der Menschen zu bringen, in ihre Hosentasche.

3. Die rosarote Brille mal weggenommen. Bleibt die Liebe bestehen?

Bei allem positiven, was wir hier aufgeführt haben, möchten wir auch folgendes sagen: Ja, es kann sein, dass der Beruf eines App-Entwicklers auch zu einer ernüchternden Erfahrung wird. Studienkollegen haben uns teilweise folgendes Bild gemalt: Ein anonymer Entwickler als Zahnrädchen in der Mühle eines öden und ermüdenden “nine-to-5 jobs” ohne Unternehmenskultur. In diesem Fall wären wir sicherlich auch nicht mehr so verliebt in unsere mobile Muse. Das kann in großen wie in kleinen Unternehmen passieren, ist aber letztlich nicht der App-Entwicklung an sich geschuldet, sondern der Tatsache, dass Entwickler und Unternehmen nicht zusammenpassen.

Bei der fluidmobile haben wir aber ein Team gefunden, welches aus vielen unterschiedlichen Charakteren besteht, die alle diese Begeisterung für Mobile teilen. Unsere Neugier ist hier nicht nur willkommen, sondern wird durch Input von unterschiedlichster Seite immer wieder angetrieben. So kommt es nicht selten vor, dass man nach Feierabend noch bei einem Getränk zusammensitzt und sich über Aktuelles, beruflich wie privat, austauscht. Auch kommen regelmäßige Veranstaltungen wie fragfluid! zum Wissenstransfer und das gemeinsame Schauen von Google wie Apple Keynotes unserer Neugier zu Gute. So bekommt man auch immer wieder Einblicke in andere Bereiche, wie Strategie, Design oder Kommunikation. (Wir hatten beide zum Beispiel das Verfassen eines Blog-Beitrags bis zum heutigen Tage gewaltig unterschätzt.) Im Gegensatz zu den beschriebenen Erfahrungen unserer Kommilitonen ist ein junges Unternehmen, mit dem man sich gerne identifiziert, in dem man eigene Ideen einbringen und entwickeln kann und das den Silicon Valley Flair noch irgendwo in sich trägt, unser erklärtes Ziel.

Genau diese Aspekte sind es nämlich, die für uns die mobile Entwicklung nie langweilig werden lassen und die unsere Liebe zur App-Entwicklung immer neu entfachen. Der Claim der fluidmobile „apps that users love“ kann in unserem Fall auch umformuliert werden zu „apps that we love to develop.“ – Jonas und Jonas

Übrigens:

Wer wie Jonas und Jonas eigene Erfahrungen in der mobilen Entwicklung machen möchte, der findet auf unserer Jobseite unsere aktuellen Stellenausschreibungen.

Kommentare
  • Alex

    Erstmal ein großes Lob an die beiden Jonase 😀 Mann muss sich im klaren sein, dass der Traumjob neben all den Vorteilen, auch einige Nachteile mit sich zieht. Die dürfen einen aber nicht aufhalten das zu tun was man tun möchte. Zum Thema App Entwicklung ist grundlegend zusagen, dass keine App ohne eine durchdachtes System sich langfristig halten kann. Ein unterhaltsames Spiel oder eine Kamera App kann schnell langweilig werden. Deshalb ist eine gesunde Marketingstrategie fast so wichtig, wie die Idee einer erfolgreichen App selbst.

Hinterlasse einen Kommentar