Die unendliche Geschichte der Weiterentwicklung von Apps

Hurra hurra! Nach monatelanger Arbeit wurde Eure App endlich erfolgreich im Store veröffentlicht. Ein großer Schritt ist getan, nun könnt Ihr Euch gemütlich zurücklehnen und beobachten, ob sich die viele Arbeit bezahlt macht. Doch ganz so einfach läuft es nicht – sorry! Auch wenn Ihr mit der App-Veröffentlichung einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht habt, seid Ihr noch lange nicht am Ende angelangt. Die Weiterentwicklung von Apps ist mindestens so wichtig wie ihre initiale Entwicklung. Denn eine App ist nie fertig.

Wie genau geht man bei der Weiterentwicklung von Apps vor?

Anfang Dezember haben wir darüber berichtet, wie unsere Hörbuch-App “tellly” ihr Zuhause im App Store gefunden hat. Inzwischen zeigt sich tellly dort schon seit über drei Monaten von der Schokoladenseite, doch wir wissen, dass wir uns darauf nicht ausruhen dürfen. Wir sind ständig auf der Suche nach Aspekten, die tellly noch besser machen.

Um darzustellen, wie wir dabei vorgehen, müssen wir ein klein wenig ausholen. Grundsätzlich gibt es bei jeder App-Entwicklung gerade am Anfang mehr Ideen als man letztlich in die Version 1.0 packen kann. Wir legen daher für jedes Projekt gleich zu Beginn ein sogenanntes Backlog an, in das alle Ideen – und scheinen sie noch so abwegig – eingetragen werden. Aus diesem Backlog wird nun eine erste Featurelist erstellt. Ein Minimal Viable Product, das den berühmten Spagat zwischen ’so viel wie nötig‘ und ’so wenig wie möglich‘ meistert. Dieses Vorgehen hat zwei Gründe: Zum Einen versuchen wir hier die Arbeit vor der Veröffentlichung nicht ins Unermessliche steigen zu lassen, zum Anderen können wir uns nie sicher sein, dass wir – und sei die Konzeption noch so sorgfältig gewesen – die Bedürfnisse der Zielgruppe richtig eingeschätzt haben und in die richtige Richtung gelaufen sind. Sobald die App genutzt wird, gibt es viele unvoreingenommene Vertreter der Zielgruppe, die wertvolles Feedback zu Funktionalität und User Experience geben können.

Somit gibt es für jede Weiterentwicklung zwei grundsätzliche Inspirationsquellen: das Backlog und das Feedback der Nutzer.

Wie kommt man an das Feedback der Nutzer?

Das schlimmste, das passieren kann, ist, wenn sich Nutzer über Aspekte einer App ärgern und die Entwicklerteams nichts davon wissen. Die Folgen liegen auf der Hand: schlechte Bewertungen in den App Stores, sinkende Downloadzahlen und Unzufriedenheit auf beiden Seiten.

Um einer solchen Situation vorzubeugen, ist es unheimlich wichtig, Nutzer dazu anzuregen, Feedback (positiv wie negativ) zu geben und dieses ernst zu nehmen. Wichtigster Kontaktpunkt ist hier die App selbst. Wer in der App keine Möglichkeit findet, Feedback zu geben, wird dieses Feedback auf andere Weise loswerden. In der nächsten Version von tellly, die in den nächsten Tagen in den App Store geladen wird, ermutigen wir die Nutzer aktiv dazu, uns Feedback zu geben und uns dabei zu helfen, tellly noch besser zu machen. Denn die Nutzer unserer App erleichtern uns die Weiterarbeit ungemein und sind die Inspirationsquelle schlechthin. Durch ihr Feedback lassen sie uns wissen, was sie von tellly halten, was ihnen besonders gut gefällt und, noch viel besser: was ihnen nicht so gut gefällt und was sie sich noch wünschen. So erreichen uns immer wieder Feedback-Mails oder Rezensionen im App Store.

Was tun bei negativem Feedback?

Dass Feedback nicht immer positiv ausfällt, ist vollkommen klar und ja, Kritik kann auch manchmal hart sein. Allerdings sollte man stark unterscheiden, wie Kritik vorgetragen wird. Gibt jemand ohne Kommentar eine schlechte Sterne-Bewertung im App Store ab, so verwehrt er den Machern einer App die Möglichkeit, aus seinem Feedback zu lernen. Nimmt sich jemand jedoch die Zeit, eine Feedback-Mail oder eine ausführliche Rezension im App Store zu schreiben, so sollte man dieses Zeit-Investment immer wertschätzen und das Feedback als Chance sehen. Wie beispielsweise diese Rezension von M3x2 am 12. Dezember 2015:

Eine Review zu unserer App tellly, die uns zeigt wo wir noch Optimierungsbedarf haben. Das Feedback von Nutzern ist bei der Weiterentwicklung von Apps enorm wertvoll.

Diese Review zu tellly zeigt uns, wo wir noch Optimierungsbedarf haben. In nur wenigen Sätzen gibt uns dieser Nutzer klar zu verstehen, was noch nicht funktioniert und dementsprechend für ihn noch wünschenswert wäre. Derartiges Feedback von Nutzern ist bei der Weiterentwicklung von Apps enorm wertvoll.

Aber auch positives Feedback ist unheimlich wertvoll. Wie diese Rezension von Sminous am 22. November 2015:

Eine weitere Review zu unserer App tellly. Diese Art von Reviews motiviert und zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Diese Art von Feedback motiviert ungemein und zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist. Glücklicherweise bekommen wir für tellly sehr viel davon. (Danke!)

Wie geht man mit Feedback um?

Natürlich heißt die Ermutigung zu Feedback nicht, dass man alle Wünsche (sofort) erfüllen muss. Auch hier ist es sehr hilfreich, alle Wünsche in das Backlog zu übertragen und hier zu bewerten. Daraufhin kann abgewägt werden, welche Wünsche passend sind, im nächsten Update umgesetzt zu werden. Nicht alles muss sofort in das nächste Update gepackt werden, das Backlog kann weiterhin in mehrere kleinere Updates aufgeteilt werden.

Wichtig ist, hierbei jedoch zwischen Feature-Requests (Wünschen) und Bugs (Fehlern) zu unterscheiden. Sollte eine App ständig crashen und sollte dieses Feedback bei den Entwicklern auftauchen, wäre es ein Unding, dieses Feedback auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Auch bei Bugs gibt es kritische und weniger kritische, jedoch sollten Bugs immer hoch priorisiert werden, da sie großes Frustrationspotential für die Nutzer bieten.

Besonders bei negativem Feedback ist es unheimlich wichtig, mit den Nutzern in den Dialog zu treten. Wenn ein Nutzer ein bestimmtes Feature vermisst, jedoch weiß, dass es geplant ist und in einem der nächsten Updates auftauchen wird, fühlt er sich wesentlich besser abgeholt, als wenn sein Feedback ungehört verhallt.

Um zu verhindern, dass Nutzer das Gefühl bekommen, dass ihr Feedback nicht ernst genommen wird, bietet der Google Play Store die Möglichkeit, auf einzelne Rezensionen zu antworten und den Nutzern so zu zeigen, dass ihr Feedback tatsächlich auch ankommt und zum Verbessern der App beiträgt. Der Apple App Store bietet diese Funktion leider nicht, wodurch Entwickler hier erst recht durch Updates auf die Äußerung von Fehlern und/oder Wünschen reagieren sollten.

Wie oft sind Updates sinnvoll?

Updates sind immer dann sinnvoll, wenn es etwas gibt, das besser gemacht werden kann. Wenige mögen es vielleicht als negativ empfinden, wenn eine App häufig geupdated werden muss. Diese Nutzer werden die rote Zahl am App Store vermutlich einfach ignorieren. Die meisten Nutzer sind aber froh, wenn es regelmäßig etwas Neues zu entdecken gibt. Updates haben durchaus ein zwiespältiges Image und so ist die negative Auffassung, dass die Software vorher schlechter gewesen sein muss, irgendwie auch Kehrseite der Medaille. Doch davon sollte man sich nicht beirren lassen. Kurze Updatezyklen werden den Entwicklern meistens hoch angerechnet, da sie Ausdruck einer guten Reaktionsfähigkeit sind.

In unserem Beispiel von tellly sind mittlerweile bereits vier Updates veröffentlicht worden, obwohl tellly erst seit drei Monaten im App Store sitzt. Das macht einen Update-Zyklus von durchschnittlich drei Wochen. Wir wollen damit unseren Nutzern zeigen, dass ihr Feedback ernst genommen wird und wir noch viel mit ihnen und tellly vorhaben.

Wann ist das Ziel erreicht?

Das Ziel der App-Entwicklung sollte also nicht sein, auf Anhieb eine perfekte App zu kreieren. Das gelingt sowieso nicht. Das Ziel sollte stattdessen sein, ein gelungenes Grundgerüst zu erstellen und danach auf die Nutzer zu vertrauen. Schließlich sind sie es, die die App nutzen. Und so sind es auch sie, die am besten wissen, wie sich die App für sie anfühlt und wo es noch Optimierungsbedarf gibt. Gemeinsam kann dann, Update für Update, eine richtig gute App entstehen. Die Geschichte der Weiterentwicklung ist damit jedoch noch nicht beendet, sondern geht so lange weiter wie Nutzer und Entwickler Lust auf diese gemeinsame Reise haben.

Wir hoffen, dass die Reise, auf die wir uns gemeinsam mit tellly und unseren Nutzern begeben haben, noch möglichst lange dauert und dass diese Geschichte wirklich unendlich ist.

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